Rollen in einer Reihe wie beim Schlittschuh?

Adalbert Machatsch führte schon 1968 im Gettorfer Turnrat die von ihm entwickelten neuen Rollschuhe vor. Bei diesen waren die vier Rollen hintereinander angebracht, so wie heute bei Inline-Skates üblich. Mit diesen Schuhen sollte so gelaufen werden, wie es vom Schlittschuhlaufen bekannt war. Machatsch erwartete mit diesen Schuhen auch im Rollschnellauf annähernd gleiche Geschwindigkeiten wie beim Schlittschuhlaufen.
Ausprobiert wurde das Laufen mit diesen Schuhen in Mannschaften (mehrere Läufer angefasst hintereinander). Diese Formation nannte sich "Maro-Bob". Allerdings fehlte damals ein griffiges und gleichzeitig elastisches Material, um mit diesen Schuhen auch sicher Kurven fahren zu können; ein Kunstoff, wie es bei heutigen Inline-Skate Rollen verwendet wird. Daher waren diese Schuhe zunächst nicht wettkampffähig.

Die Rollschuhsparte fand Anschluss an den Spitzensport und entsandte schon in den 60er Jahren GTV-Läufer in den Bundeslehrgang nach Inzell. Der damalige Bundestrainer Brechtel kommentierte die Leistungen der Nordies so: "Die Gettorfer werden künftig beim Rollschnellauf in Norddeutschland ein großes Wort mitzureden haben." Na klar fühlten wir uns geschmeichelt! Der von Adalbert Machatsch entwickelte Rollschuh mit 4 hintereinander liegenden Rollen war aus dem oben genannten Grund mit den herkömmlichen Schuhen für den Rollschnellauf noch nicht konkurrenzfähig. Er tüftelte an dem herkömmlichen Rollschuh und zerbrach sich den Kopf wie dieser schneller werden könnte. Der Erfolg stellte sich ein. Noch im gleichen Jahr wurde Anke Krützfeldt "Deutsche Vizemeisterin" in Inzell. So hoch plaziert hatte sich noch nie ein Mitglied des GTV!

1970 übernahm Peter Machatsch die Sparte von seinem Vater Adalbert Machatsch. Die ersten internationalen Erfolge errangen die Gettorfer in Ostende. Anke Krützfeldt, Birgit Baasch, Inge Urhammer und Peter Machatsch, trugen sich dort in die Siegerlisten ein. 1971 wurde Anke Krützfeldt "Deutsche Meisterin" über 5.000m. Am 23. und 24.9.1972 wurde die Rollschnellaufbahn eingeweiht und nach dem Vater des Rollsports in Gettorf benannt. Die Landesmeisterschaften wurden 1975 erstmals auf der Gettorfer Bahn ausgetragen. Gäste aus Schweinfurt, Groß Gerau, Darmstadt und Mühlheim nahmen an den Wettkämpfen teil. 1979 holten die Gettorfer 34 Goldmedaillen bei regionalen und überregionalen Wettkämpfen. Die erfolgreichsten Läufer 1979 sind Frank Jöhnk, Kai Hansen, Melanie Seiboth, Nicola Malmström und Britta Schweder.