Nach den Kreismeisterschaften im LLZ entschied man sich, Nele Giese und Chiara Lust mit zu den Landesmeisterschaften im olympischen Gerätturnen zu nehmen. Die erst fünfjährige Chiara startete mit dem Einturnen um 10 Uhr und kam gut durch den Wettkampf. Pech hatte sie am Balken. Am Boden zeigte sie eine sehr schöne Bodenübung, leider wollte man das Handstandabrollen und ihr Turnerrad nicht sehen, sondern nun den Handstand und ein Seitwärtsrad. Das kostete Punkte. Am Sprung lief es gut. Ihr gelang der Einsprung in das Minitrampolin gut und sie kam auch gut in der Luft mit ihrem Strecksprung zurecht. Sogar an den Stand wurde gedacht. Seit einer Woche kann sie den Umschwung um den Holm. Diesmal mit zu viel Schwung und zu spätem Abbremsen der Beine- da fehlt noch ein wenig die Orientierung. Sie ging beinahe zweimal um den Barrenholm. Am Ende konnte sie mit sich und ihrer Leistung mehr als zufrieden sein. Der Sprung war so gut angekommen bei den Kampfrichterinnen, dass am Ende in der Einzel-Gerätewertung Platz 3 heraussprang und sie auf die Treppe durfte, um sich die Bronzemedaille abzuholen. Dies gelang auch Nele Giese in der AK 7. Sie zeigte auch einen schönen Sprung und bekam am Ende des Wettkampfes wie Chiara die Bronzemedaille in der Einzelwertung. Sie zeigte an den ersten 3 Geräten einen konstanten Wettkampf. Am Balken war sie die letzte Turnerin im Durchgang und war sehr aufgeregt. Ihr gelang der Handstand an dem Balken nicht so gut wie zuletzt im Training. Sie musste das Gerät 3 Mal verlassen. Und dennoch ging sie wieder auf das Gerät hoch und turnte mit schöner Körperspannung weiter. Kampfrichterinnen und andere Trainer waren von ihrer Ausstrahlung und Freude begeistert.

31 Turnerinnen starteten in dem Kürwettbewerb Leistungsklasse 2 der 9-11 Jährigen. Die Anforderungen sind um einiges mehr als in der LK 3. Die Gettorfer Mädels Emilia Ruzicka und Rike Schröter sollten einfach mal diese Atmosphäre kennen lernen. Es ist ganz anders als bei den allgemeinen Kreismeisterschaften: Strenger, was Abläufe und Verhalten von Kari, Trainer und Turnerinnen betrifft und auch die Leistungen sind meist besser. Viele von den Starterinnen turnten zuvor die Pflichtübungen des DTB-Programms und sind ggf. etwas besser ausgebildet als unsere Gettorferinnen, die ca. knappe 2 Jahre erst vertiefter trainieren für die schwierigeren Elementen. Das erste Gerät war der Balken. Aufgrund von Zeitmangel oder auch Einschränkungen wegen Fußproblemen oder aufgerissenen Händen einigte man sich, nur die Elemente zu turnen, die einem meist gut gelingen und somit auf Anforderungen zu verzichten, um Stürze zu vermeiden. Bei Rike ging die Rechnung auf, es hatte sich gelohnt, den Bogengang rückwärts raus zu lassen. Sie kam fehlerfrei und ohne Sturz durch die Übung. Emilia musste nur einmal vom Gerät. Am Boden lobte man die Mädchen für ihre schöne Darbietung und wurden mit vielen Punkten belohnt. Emilia war die drittbeste an diesem Gerät und Rike die viertbeste der 31 Turnerinnen. Beim Sprung lief es auch gut. Rike verzichtete auf den Sprung Halb-rein-Halb-raus und zeigte wie Emilia zwei Handstützüberschläge. Am Barren gelang Rike eine schöne Übung, die Kippe gelang und sie war am Ende die 8.beste Turnerin. Emila hatte aufgrund der Anforderung „Kippe“ einen geringeren Ausgangswert und zudem ein Element zu wenig. Mindestens 6 Elemente in der Übung und dann der Angang sollten gezeigt werden. In dem noch jungen Turnalter ist es oftmals schwierig, die Anforderungen zu erfüllen. Zum Beispiel ist ein Mühlumschwung wie man ihn in den Schulhofpausen oft sieht, kein nationales Element und kann nicht geturnt werden. Spannend wurde es am Ende bei der Siegerehrung. Wo stehen die beiden Gettorferinnen? Konnten sie jemanden auf die Plätze hinter sich verweisen? Wie empfanden sie selber die Atmosphäre? Die Überraschung war riesig: Rike gelang sensationell der 6.te Platz und Emilia ließ auch die Hälfte der Turnerinnen hinter sich und durfte sich über Platz 14 freuen.

Melanie Lienemann-Günther