Delegiertenversammlung 2026: Wichtige Weichen für die Zukunft des GTV gestellt

Am 22. April 2026 fand die diesjährige Delegiertenversammlung des Gettorfer Turnvereins im Saal des Vereinsheims statt. Der Saal war sehr gut gefüllt. Zahlreiche Delegierte und Mitglieder waren der Einladung gefolgt und sorgten für eine rundum positive und konstruktive Atmosphäre.

Geleitet wurde die Versammlung vom Aufsichtsratsvorsitzenden Alexander Kahn, der die Anwesenden zu Beginn herzlich begrüßte und durch den Abend führte.

Besonders gefreut hat uns die Teilnahme unserer Gäste. Bürgermeister Marco Koch, Schulverbandsvorsteher Joachim Wendt-Köhler sowie der 1. Vorsitzende des Tennisclubs Gettorf, Thies Richter, waren vor Ort. Bürgermeister Marco Koch richtete zu Beginn der Versammlung Grußworte an die Anwesenden, ging dabei unter anderem auf den Neubau der Sporthalle der Gemeinde ein und wünschte der Versammlung einen erfolgreichen Verlauf.

 

Rückblick und Entwicklung des Vereins

Im Bericht des Vorstands wurde zunächst die aktuelle Entwicklung des Vereins eingeordnet. Nach den Corona-Jahren konnte der GTV wieder deutlich wachsen und zwischenzeitlich sogar einen Höchststand von rund 2.300 Mitgliedern erreichen. Aktuell hat sich die Mitgliederzahl bei etwa 2.200 Mitgliedern eingependelt. Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre ist davon auszugehen, dass sich diese Zahl künftig auf einem stabil hohen Niveau bewegen wird.

Neben dieser positiven Entwicklung wurden auch die aktuellen Herausforderungen des Vereins deutlich benannt. Insbesondere der personelle Engpass in der Geschäftsstelle stellte den GTV in den vergangenen Jahren vor große Aufgaben. Hier zeichnet sich jedoch eine Entspannung ab. Mit der geplanten Einstellung eines Auszubildenden sowie der Rückkehr einer Mitarbeiterin aus der Elternzeit wird sich die Situation voraussichtlich im Laufe des Jahres deutlich verbessern.

Ein weiterer zentraler Punkt bleibt die Gewinnung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, wurden bereits Anpassungen bei den Übungsleiterpauschalen vorgenommen. Gleichzeitig sieht sich der Verein, wie viele andere auch, mit steigenden Kosten konfrontiert. Insbesondere in den Bereichen Energie, Reinigung, Personal und Übungsleiter entstehen spürbare Mehrbelastungen.

Auch die Erweiterung der Trainingszeiten bleibt ein wichtiges Thema. Hier befindet sich der Verein weiterhin in konstruktiven Gesprächen mit dem Schulverband, um zusätzliche Hallenzeiten zu ermöglichen. An dieser Stelle gilt dem Schulverbandsvorsteher Joachim Wendt-Köhler ein ausdrücklicher Dank für die Unterstützung.

Ein zentrales Zukunftsthema stellt darüber hinaus der geplante Zusammenschluss mit dem Tennisclub Gettorf dar. Ziel ist es, gemeinsam eine moderne Sport- und Begegnungsstätte zu entwickeln und das Sportangebot langfristig weiter auszubauen. Dieser Prozess ist ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Sportentwicklungsplans des GTV.

 

Zusammenschluss mit dem Tennisclub Gettorf

Ziel des Zusammenschlusses ist es, den Verein langfristig noch breiter und attraktiver aufzustellen. Durch die Bündelung der Mitgliederstrukturen können Beitragserhöhungen auch künftig möglichst moderat gehalten werden. Gleichzeitig sollen Doppelmitgliedschaften vermieden und der Zugang zum Sport insgesamt vereinfacht werden. Darüber hinaus eröffnet die Tennishalle zusätzliche Trainingsmöglichkeiten und erweitert das sportliche Angebot des Vereins.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Entwicklung einer modernen Sport- und Begegnungsstätte. Gemeinsam mit dem Tennisclub soll ein Ort entstehen, an dem Sport, Gemeinschaft und Vereinsleben stärker miteinander verbunden werden. Das ist ein Angebot, das in dieser Form in Gettorf bislang fehlt und einen echten Mehrwert für die gesamte Gemeinde darstellen würde.

Die ersten Überlegungen zu einem Zusammenschluss reichen bereits bis ins Jahr 2020 zurück. Aufgrund verschiedener Faktoren, unter anderem der Corona-Pandemie sowie struktureller Veränderungen in beiden Vereinen, hat sich das Projekt über die vergangenen Jahre verzögert. Inzwischen befinden sich die Gespräche jedoch in einer konkreten Phase.

Aktuell bestehen noch zwei wesentliche Herausforderungen. Zum einen musste die Satzung des Tennisclubs angepasst werden, da eine Auflösung des Vereins bislang nur bei Anwesenheit von zwei Dritteln der stimmberechtigten Mitglieder möglich ist. Das ist eine Hürde, die in der Praxis kaum zu erreichen ist. Die entsprechende Satzungsänderung wurde bereits beschlossen, die Eintragung steht jedoch noch aus.

Die größere Herausforderung stellt die Haftungsfrage im bestehenden Erbbaurechtsvertrag dar. Nach aktueller rechtlicher Einschätzung liegt das wirtschaftliche Risiko vollständig beim jeweiligen Erbbauberechtigten, aktuell also beim Tennisclub. Eine Übernahme dieser Regelung durch den GTV ist in dieser Form nicht darstellbar.

Vor diesem Hintergrund wurde auf der Delegiertenversammlung ein Meinungsbild eingeholt. Dabei zeigte sich eine klare Mehrheit dafür, den Zusammenschluss weiter zu verfolgen. Die Voraussetzung müsse jedoch sein, dass eine faire und tragbare Lösung in der Haftungsfrage gefunden wird. Beispielsweise wäre eine Begrenzung der Haftung oder eine klare Regelung zu möglichen Altlasten denkbar.

Bürgermeister Marco Koch signalisierte in diesem Zusammenhang Unterstützung und kündigte an, die Gespräche auf politischer Ebene weiterzuführen, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zu erarbeiten.

 

Beschlüsse der Delegiertenversammlung

Im weiteren Verlauf der Versammlung standen die beiden Anträge des Vorstands zur Anpassung der Beiträge im Mittelpunkt. Beide Anträge wurden vom 1. Vorsitzenden Johannes Reichenauer vorgestellt und ausführlich erläutert.

Der erste Antrag sah eine moderate Anpassung der Grundbeiträge vor, um auf die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Kosten, insbesondere in den Bereichen Energie, Reinigung, Personal und Übungsleiter, zu reagieren. Konkret werden die Beiträge ab dem 1. Januar 2027 um 1 Euro pro Monat angehoben, bei Familien entsprechend um 2 Euro, da sich der Familienbeitrag am doppelten Erwachsenenbeitrag orientiert.

Der zweite Antrag befasste sich mit der Anpassung der Zusatzbeiträge in den Beitragsstufen Bronze und Silber. Diese werden ebenfalls zum 1. Januar 2027 moderat angepasst: Die Zusatzbeiträge in den Stufen Bronze und Silber erhöhen sich jeweils um 50 Cent, während die Stufe Gold unverändert bleibt. Hintergrund ist insbesondere die Einführung einer sogenannten Betreuungspauschale für Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die künftig das Engagement im Wettkampf- und Spielbetrieb zusätzlich honorieren soll.

Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen wurde dieser Antrag im Vorfeld der Abstimmung angepasst. Insbesondere die ursprünglich geplante Ausweitung der Hallenzeiten in den Ferien war kurzfristig nicht mehr verlässlich planbar, sodass dieser Teil zunächst nicht weiterverfolgt wurde. Stattdessen wurde der Fokus auf die Einführung der Betreuungspauschale gelegt.

Die Delegierten folgten in beiden Fällen den Vorschlägen des Vorstands. Sowohl die Anpassung der Grundbeiträge als auch die angepasste Regelung der Zusatzbeiträge wurden ohne Diskussion und mit großer Mehrheit beschlossen. Die neuen Beiträge gelten ab dem 1. Januar 2027.

Mit der Einführung der Betreuungspauschale setzt der GTV ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für das Engagement seiner Übungsleiterinnen und Übungsleiter und stärkt damit nachhaltig den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Verein.

 

Wahlen und Abschluss der Versammlung

Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurden zentrale Positionen neu besetzt beziehungsweise bestätigt. Michael Polzin wurde in seinem Amt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt und wird diese Funktion weiterhin ausüben. Auch Jürgen Lemke bleibt dem Aufsichtsrat erhalten und übernimmt für weitere zwei Jahre Verantwortung in diesem Gremium.

Nach langjährigem Engagement schied Yannik Sydow auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Für seine geleistete Arbeit gilt ihm ein besonderer Dank. Als neues Mitglied wurde Horst Wardin in den Aufsichtsrat gewählt, der sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe künftig zu übernehmen.

Zum Abschluss der Versammlung wurde noch einmal deutlich, dass sich der GTV insgesamt in einer sehr guten Entwicklung befindet. Die Delegierten diskutierten die anstehenden Themen konstruktiv, engagiert und zugleich weitsichtig. Insbesondere bei den Zukunftsthemen wurde dem Vorstand ein klarer Auftrag mit auf den Weg gegeben, die begonnenen Prozesse verantwortungsvoll weiterzuführen.

Vorstand und Aufsichtsrat nutzten die Gelegenheit, um sich ausdrücklich für die positive Gesprächskultur innerhalb des Vereins zu bedanken. Diese hat sich in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt und prägt die Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Der GTV wird damit zunehmend auch nach außen als verlässlicher und vertrauensvoller Partner wahrgenommen.

Mit einer stabilen finanziellen Grundlage, Rücklagen im sechsstelligen Bereich sowie einer sich weiter verbessernden personellen Aufstellung sieht sich der Verein gut gerüstet für die kommenden Jahre. Ziel bleibt es, den Sport in Gettorf nachhaltig weiterzuentwickeln und wichtige Zukunftsprojekte, insbesondere die Schaffung einer Sport- und Begegnungsstätte, erfolgreich voranzubringen.