Am 14. Januar 2026 fand eine gemeinsame Sitzung des Finanz- und Rechnungsprüfungsausschusses sowie des Bauausschusses des Schulverband Gettorf und Umgegend statt. Ein zentraler Tagesordnungspunkt war erneut der geplante Neubau der Sporthalle an der Isarnwohld-Schule Gettorf.
Bereits im November 2025 hatte der Schulverband beschlossen, die Sporthalle in der nun vorliegenden Form zu bauen. Inzwischen wurden jedoch aus den Reihen der Verbandsmitglieder erneut Zweifel an den hohen Kosten geäußert, sodass das Projekt nochmals auf die Tagesordnung genommen und intensiv diskutiert wurde.
Der derzeitige Kostenrahmen liegt bei 18,3 Millionen Euro. Davon könnten bis zu 4,25 Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt werden. Eine mögliche Förderung aus der sogenannten „Sportmilliarde“ steht allerdings noch aus. Eine Entscheidung hierzu wird im März 2026 erwartet. Das geplante Bauende ist für Ende 2028 vorgesehen.
Thematisiert wurde außerdem eine mögliche Erweiterung des Untergeschosses, die zusätzliche Mehrkosten von rund 330.000 Euro verursachen würde. Als potenzielle Einsparmaßnahmen wurden zeitweise der Verzicht auf eine Tribüne und/oder auf Multifunktionsräume diskutiert. Nach einer durchaus kritischen und ausführlichen Diskussion kristallisierte sich jedoch ein klares Meinungsbild heraus: Tribüne und Multifunktionsräume werden als unverzichtbar angesehen und waren von Beginn an fester Bestandteil der Planung. Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen ermöglichen insbesondere die Multifunktionsräume eine flexible Nutzung und tragen dazu bei, den schulischen Raumbedarf besser aufzufangen. In dieser Kombination entsteht eine Art „Vierfeldhalle in abgesteckter Form“, die den Anforderungen der Schule gerecht wird. Einsparungen an diesen Stellen sind daher aktuell nicht vorgesehen.
Die Beratungen machten deutlich, dass die angespannte wirtschaftliche Lage der Kommunen eine sorgfältige Abwägung erforderlich macht. Die hohen Baukosten würden sich auf die umliegenden Gemeinden auswirken, weshalb der Neubau in der derzeit geplanten Form kritisch betrachtet wird. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass eine neue Sporthalle sowohl für die Schule als auch für die Sportvereine von großer Bedeutung ist. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass die Gemeinde Gettorf zusätzlich rund 2 Millionen Euro investiert, um – wie bereits bisher – sicherzustellen, dass die Gettorfer Vereine ein Vorschlagsrecht bei den Hallennutzungszeiten behalten. Dieses zusätzliche Engagement unterstreicht die Bedeutung der Sporthalle als gemeinsam genutzte Infrastruktur für Schule und Vereinsleben. Bürgermeister Marco Koch betonte dazu, man sei es „nicht nur der Schule, sondern auch den Sportvereinen schuldig, dass eine neue Sporthalle gebaut wird“.
Ein vollständiger Verzicht auf den Neubau stand dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr wurde festgehalten, dass die Planungen derzeit noch zu unkonkret sind, um eine abschließende Entscheidung zu treffen. Sollte es erforderlich werden, könnten im weiteren Verlauf Einsparpotenziale geprüft und die Planung gegebenenfalls in einer abgespeckten Form weiterentwickelt werden. Die Ausschüsse verständigten sich darauf, die dritte Planungsphase sowie die Höhe möglicher Fördermittel abzuwarten. Entsprechend wurde keine Beschlussempfehlung an den Schulverband ausgesprochen.
Der Gettorfer Turnverein begleitet den Prozess weiterhin aufmerksam und konstruktiv. In bilateralen Gesprächen mit den Verantwortlichen des Schulverbandes hat der GTV bis dato regelmäßig Gehör gefunden. Der Verein begegnet der aktuellen Situation mit Ruhe und Dankbarkeit und steht dem Schulverband auch künftig jederzeit beratend zur Seite. Dabei versteht sich der GTV bewusst als stiller Begleiter des Projekts und freut sich auf den weiteren gemeinsamen Austausch im Sinne einer zukunftsfähigen Sportinfrastruktur für Schule und Vereine.