Handball - 2. Herren: Tolles erstes Spiel in der neuen Klasse

St. Andrews was?! Schon die Anreise in die unbekannte Kellergrube nahe dem UKSH war mit vielen Unbekannten gespickt. Sind wir hier richtig?

 

Mit viel Pathos wurde beim gleichnamigen Griechen vor einigen Wochen die Vorgabe für die von der Pandemie gebeutelte Restspielzeit gemacht: mehr Training, mehr Handball (ja, tatsächlich – die Filzkugel bleibt fast immer weg) und alle Mann ran um in der nun 1. Kreisklasse möglichst nicht nur Schlachtvieh zu werden. Gesagt getan, 17, 15, 14 – das ist mal eine Trainingsbeteiligung.

 

Auch gegen den Polizei SV 1 war der Kader voll bestückt, 12 Feldspieler, 2 Torhüter – beste Bedingungen. Die Partie begann mit einem Gänsehautmoment: in Anbetracht der Unsagbarkeiten im Osten des Kontinents gab es eine Schweigeminute nach dem Anpfiff.

 

Und die erste Sechs setzte die Vorgaben und Trainingsinhalte vorerst super um: mit drei Gegenstößen über Mark Henschel und Torben Vosgerau führten die Gettorfer fix mit 3:0. In der 9. Minuten markierte wieder Vosgerau aus dem Rückraum gar das 4:0. Erst jetzt konnten die Hausherren durch Daniel Pantleon ihren ersten Treffer erzielen. Auffällig schon in den Anfangsminuten: auch die Abwehrformation der Polizisten verstand sich im Beton anrühren, und ließ nur wenige Gelegenheiten aus dem Stellungsspiel zu. Unwirsche Anspiele an den Kreis führten indes ebenfalls zu Gegenstoß Toren – wie beim 5:7 durch Jan Tröster. (19.)

 

Das sich der GTV bis zur Halbzeit weiter absetzte und nur noch drei weitere Treffer hinnehmen musste, war auch ein Verdienst von „Junior Stege“ Jan Ole Stegemann, der es süffisant einfach beschrieb: „Irgendwie stand ich immer im Weg.“ Und genau so war es: mit schätzungsweise 10 Paraden war Stegemann ein überragender Rückhalt seiner Farben.

 

Um das Tempo hochzuhalten, wechselten die Zweite auf allen Positionen durch, so dass durch Max-Willy Koch und Hinrik Voß neue Impulse kamen und beim 8:13 Halbzeit war. Weiter so – na klar…

 

Der Wechsel auf die Start-Sieben brachte dieses Mal kein Glück: nach dem letzten Vosgerau Treffer (31.) zum 8:14 sollte lange 12 Minuten kein Gettorfer mehr ein Törchen erzielen. Die Polizisten. vor allem durch ihren Rückraumlinken Hendrik Utrajczak gefährlich, waren nun im Spiel, das Momentum trug klar Uniform. 16:15 hieß es nach 15 Minuten – ein 8:2 Lauf drehte das Spiel zu Ungunsten der Dänischen Wohlder. Leider verletzte sich auch noch der treffsicherste Rückraumspieler der Gettorfer. Torben Vosgerau schied mit Verdacht auf Bänderverletzung aus. Gute Besserung!

 

Also wartete gleich im ersten Spiel nach der Winterpause ein Handballkrimi auf die Beteiligten. In der Schussphase gab es einige erwähnenswerte Personalien, die zum letztlich verdienten 22:20 Erfolg des GTV beitrugen:

 

- Comebacker Boris Horst Le-Comte rackerte in bester Linebacker Manier im Mittelblock und war Garant für eine tolle Deckungsleistung der gesamten Mannschaft

- Jan Stegemann stand seinem Sohn in Nichts nach und wer beim Spielstand von 19:20 in der 58. Spielminute einen Siebenmeter heraus fusst, hat seinen Anteil am Sieg

- Unser Youngster Bjarne Wolle Wolfrath übernahm viel Verantwortung und war im Einsgegeneins Situation oft nur zeitstrafenwürdig zu foulen (Hier hätte es in 1-2 Szenen vielleicht sogar mehr geben dürfen, der gute Schiedsrichter Nebel beließ es aber bei Zeitstrafen.) Trotz einiger Fehlversuche wurden die Siebenmeter nervenstark von Hinrik Voß verwandelt – wichtig!

- Familie Koch, die den abwesenden Kapitän Papa Koch stolz gemacht hätte: Eric Koch im ersten Pflichtspiel seit 12 Jahren mit Treffer und laaaangem Pass auf Bruder Max-Willy zum 19:21 kurz vor Schluss.

 

So schaute man sich zufrieden beim ersten Siegerbier in die Augen – das hat Spaß gemacht.
[Steffen Augspach]